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Eine gute Referenzprüfung? So geht’s.

Veröffentlicht am 2. August 2018 4 Min. Lesezeit Floor HendriksFloor Hendriks
reference check hrmforce Eine gründliche Referenzprüfung verringert das Risiko einer Fehlbesetzung erheblich. Sie liefert wertvolle Erkenntnisse, die über Lebensläufe und Vorstellungsgespräche hinausgehen. Durch die systematische Überprüfung von Referenzen erhalten Sie ein umfassenderes Bild Ihres potenziellen neuen Mitarbeiters. Dieser Artikel bietet einen praktischen Leitfaden für effektive Referenzprüfungen, die sowohl rechtlich als auch ethisch einwandfrei sind.

Warum Referenzprüfungen wichtig sind

Untersuchungen zeigen, dass 40 % der Lebensläufe Ungenauigkeiten enthalten. Referenzprüfungen helfen dabei, diese aufzudecken, und geben Einblick in Soft Skills, die in Vorstellungsgesprächen nur schwer einzuschätzen sind. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Auswahlverfahrens.
Was sollte überprüft werden? Warum ist das wichtig? Warnsignale
Beruflicher Werdegang Bestätigt Erfahrung und Beständigkeit Unerklärliche Lücken, abweichende Daten
Position & Aufgaben Bestätigt Kompetenzen Übertreibungen, Unstimmigkeiten
Leistungen & Ergebnisse Prognostiziert zukünftigen Erfolg Vage Antworten, Widersprüche
Zusammenarbeit & Kultur Bestimmt die Teamtauglichkeit Konflikte, Kommunikationsprobleme
Grund für das Ausscheiden Gibt Aufschluss über Motivation und Integrität Ausweichende Antworten, Kündigung

Rechtlicher Rahmen: Einwilligung ist wichtig

Die DSGVO stellt strenge Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Befolgen Sie diese Schritte für eine rechtmäßige Referenzprüfung:

✓ Gesetzliche Anforderungen:

  • Holen Sie die schriftliche Einwilligung des Bewerbers ein
  • Geben Sie genau an, welche Referenzpersonen Sie kontaktieren werden
  • Erläutern Sie, welche Informationen Sie einholen werden
  • Dokumentieren Sie alle erhaltenen Informationen sorgfältig
  • Bewahren Sie Daten nicht länger als nötig auf
  • Halten Sie sich an den NVP-Bewerbungskodex
Die Weigerung, Referenzen anzugeben, kann ein Ablehnungsgrund sein, sofern dies im Voraus klar kommuniziert wurde.

Referenzen strategisch auswählen

Verlassen Sie sich nicht blind auf die von Bewerbern angegebenen Referenzen. Fragen Sie gezielt nach verschiedenen Perspektiven:
  • Direkter Vorgesetzter: Zu Leistungen und Entwicklung
  • Kollegen/Teammitglieder: Für Zusammenarbeit und Soft Skills
  • Untergebene: Zu Führungsstil (bei Führungspositionen)
  • Kunden/Lieferanten: Zu externen Beziehungen (bei entsprechenden Positionen)
Profi-Tipp: Fragen Sie während des Gesprächs auch nach Referenzen, die der Bewerber NICHT angegeben hat. Deren Reaktion kann aufschlussreich sein.

Die Kunst des Referenzgesprächs

Ein erfolgreiches Referenzgespräch erfordert Vorbereitung und das richtige Vorgehen. Nutzen Sie diesen Leitfaden:
Phase Vorgehensweise Beispielfragen
Einleitung Stellen Sie sich vor, erläutern Sie das Ziel, bestätigen Sie die Einwilligung „Hat [Name] Sie über dieses Gespräch informiert?“
Überprüfung Überprüfung der Sachverhalte „Können Sie die Dauer der Tätigkeit bestätigen?“ „Was waren die Hauptaufgaben?“
Vertiefung Kompetenzen und Verhalten untersuchen „Wie würden Sie den Arbeitsstil beschreiben?“ „Nennen Sie ein Beispiel für Problemlösung.“
Kritische Fragen Nachfragen zu Entwicklungspotenzialen „Welche Entwicklungspotenziale sehen Sie?“ „Warum endete das Arbeitsverhältnis?“
Abschluss Fassen Sie zusammen, bedanken Sie sich und bitten Sie um eine abschließende Bewertung „Würden Sie diese Person wieder einstellen?“ „Was sollte ich noch wissen?“

Fragenstellung: Über die Standardfragen hinaus

Vermeiden Sie geschlossene Fragen, die nur Ja- oder Nein-Antworten zulassen. Nutzen Sie stattdessen diese aussagekräftigeren Alternativen:

Clevere Fragen, die mehr Aufschluss geben:

  • „Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie bewerten Sie [Kompetenz]? Warum keine 10?“
  • „Beschreiben Sie eine Situation, in der [Name] unter Druck Leistung erbringen musste.“
  • „Welchen Rat würden Sie [Name] für diese neue Position geben?“
  • „In welchem Arbeitsumfeld kommt [Name] am besten zur Geltung?“
  • „Was werden die Kollegen an [Name] am meisten vermissen?“

Signale richtig interpretieren

Achten Sie bei Referenzgesprächen auf verbale und nonverbale Signale:
  • Positive Signale: Begeisterung, konkrete Beispiele, spontane Komplimente
  • Neutrale Signale: Sachlicher Ton, sachliche Antworten, „kein Kommentar“
  • Warnsignale: Zögern, ausweichende Antworten, Widersprüche
Wichtig: Schweigen kann aussagekräftig sein. Geben Sie den Referenzpersonen Zeit zum Nachdenken und zum Weiterreden.

Von der Information zur Entscheidung

Nach dem Einholen von Referenzen folgt die entscheidende Analysephase:
  1. Quellen vergleichen: Suchen Sie nach Mustern im Feedback verschiedener Referenzpersonen
  2. Berücksichtigen Sie den Kontext: Unternehmenskultur und Rahmenbedingungen beeinflussen die Leistung
  3. Ergebnisse besprechen: Geben Sie den Kandidaten die Möglichkeit, auf das Feedback zu reagieren
  4. Sorgfältig dokumentieren: Den Entscheidungsprozess transparent festhalten

Vorteile von Referenzprüfungen

Die Digitalisierung optimiert den Referenzprozess erheblich:
Traditionell Digital Vorteil
Telefonische Nachverfolgung Online-Fragebögen Zeitersparnis, Konsistenz
Manuelle Notizen Strukturierte Berichterstattung Objektiver, vergleichbar
E-Mail-Erinnerungen Automatisierte Arbeitsabläufe Schnellere Bearbeitungszeit
Excel-Übersichten Integrierte Dashboards Echtzeit-Einblick

Best Practices im Überblick

✓ Holen Sie immer vorab eine schriftliche Einwilligung ein ✓ Überprüfen Sie mindestens zwei unabhängige Referenzen ✓ Bereiten Sie gezielte, offene Fragen vor ✓ Achten Sie darauf, was nicht gesagt wird ✓ Besprechen Sie die Ergebnisse mit dem Bewerber ✓ Dokumentieren Sie den gesamten Prozess sorgfältig ✓ Behandeln Sie Informationen vertraulich

Verbessern Sie Ihre Referenzprüfungen

Eine professionelle Referenzprüfung macht den Unterschied zwischen einer guten und einer hervorragenden Einstellung aus. Sie erfordert Zeit und Fachwissen, verhindert jedoch kostspielige Fehlbesetzungen. Möchten Sie Ihren Referenzprüfungsprozess auf ein höheres Niveau heben? Entdecken Sie, wie hrmforce Reference Check den Prozess digitalisiert und objektiviert, während Sie die volle Kontrolle über Inhalt und Vorgehensweise behalten.

Setzen Sie diese Erkenntnis in die Praxis um

Nutzen Sie das Assessment direkt oder besprechen Sie mit einem Spezialisten, welcher Ansatz passt.

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