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Big50-Persönlichkeitstest als Impulsgeber für verbindende Führung

Veröffentlicht am 19. Mai 2023 6 Min. Lesezeit Floor HendriksFloor Hendriks
leiderschap Immer mehr Organisationen und Führungskräfte setzen auf die Kraft der verbindenden Führung. Das bedeutet vor allem: auf der Grundlage von Vertrauen, gegenseitiger Verbundenheit und der Freiheit zum Experimentieren zu arbeiten. Für Führungskräfte bedeutet dies oft, ihre neue Rolle im Rahmen des „Secure Base“-Führungsansatzes zu finden. Ein Persönlichkeitstest (Big50) liefert hierfür viele wertvolle Erkenntnisse. Die neun Merkmale verbindender Führung lassen sich nun auch darin abbilden.

Was ist verbindende Führung?

Man kommt fast nicht mehr daran vorbei. In den letzten Jahren hören wir immer häufiger von verbindender Führung. Das ist auch wirklich mehr als nur ein Hype. Denn Organisationen verändern sich rasant. Wir arbeiten weniger hierarchisch und zunehmend „agil“. Das stellt andere Anforderungen an die Mitarbeiter, aber sicherlich auch an Führungskräfte. Daher gehört „Secure Base Leadership“ (SBL) mittlerweile zu den derzeit führenden Führungsvisionen. Manager sorgen dabei für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und Herausforderungen für die Mitarbeiter. Sie inspirieren sie, schenken ihnen Vertrauen und fordern sie dazu auf, zu experimentieren, Resilienz zu entwickeln und Verbindungen aufzubauen. Dabei dürfen auch Fehler gemacht werden, um letztendlich auch unerkanntes Potenzial in den Menschen zu erschließen. Tatsächlich sind viele frühere Erkenntnisse aus den Bereichen Organisationspsychologie, Führung, Entwicklungspsychologie und beispielsweise Veränderungsmanagement in dieser neueren Vision zusammengeflossen. Es handelt sich um eine praktische Umsetzung bestehender Erkenntnisse in einen effektiven Führungsstil für das moderne Arbeitsumfeld. Dabei sind Agilität und Resilienz wichtige Merkmale.

Ursprung und Voraussetzungen

Der Führungsstil wurde 2012 von Professor George Kohlrieser, Susan Goldsworthy und dem Co-Autor Duncan Coombe (in dem Buch „Care to Dare“) eingeführt, da sich Agilität und Resilienz immer deutlicher als Erfolgsvoraussetzungen für Organisationen und Beschäftigte erwiesen. Dabei wird eine wachstums- und entwicklungsorientierte Denkweise von Führungskräften mit klaren Anreizen zur Entwicklung von mehr Mut verbunden. Zum Beispiel durch die Belohnung von Teamleistungen, das Stellen von Fragen um Unterstützung innerhalb von Teams oder den Mut der Menschen, weiter zu experimentieren. Auch wenn die Ergebnisse zunächst vielleicht noch etwas zu wünschen übrig lassen. Im Kern spielt Bindung eine wichtige Rolle innerhalb der Vision, genauso wie eine sichere Bindung eine gute Grundlage für Kinder ist. Dieses grundlegende Prinzip wurde auf das Arbeitsumfeld übertragen. Bei SBL sind Vertrauen und Freiraum wichtige Grundsätze, doch das klingt einfacher, als es für Führungskräfte oft ist, insbesondere in der Anfangsphase. Es erfordert zudem klare Erwartungen und Vereinbarungen. Und natürlich die Fähigkeit der Führungskräfte, ihre neue Rolle im Sinne einer „menschlicheren Führung“ gut auszufüllen. Das bedeutet auch: alte Gewohnheiten loszulassen und neue Fähigkeiten zu erlernen und zu entwickeln. „Führungskräfte, die die Secure-Base-Prinzipien anwenden, bieten ihren Mitarbeitern ein gutes Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Herausforderung. Als Secure-Base-Führungskraft bist du eine Quelle der Inspiration, forderst andere dazu heraus, ihr volles Potenzial auszuschöpfen, und schenkst Vertrauen“, so Kohlrieser in seinem Buch. Die Suche nach der neuen Rolle und dem Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Herausforderung ist nicht nur eine Aufgabe für Führungskräfte, sondern für das gesamte Unternehmen. Dies spiegelt sich auch direkt in den HR-Trends 2023 des Marktforschungsunternehmens Gartner wider. Aus dieser jährlichen Studie zu HR-Entwicklungen geht hervor, dass HR-Führungskräfte im Jahr 2023 vor allem Folgendes berücksichtigen müssen: zunehmenden wirtschaftlichen Druck, knappe und teurere Fachkräfte, globale Angebotsengpässe sowie Veränderungen und Unsicherheiten. Um damit effektiv und erfolgreich umzugehen, wurden fünf Prioritäten für das Personalwesen im Jahr 2023 festgelegt:
  1. Effektivität von Führungskräften und Managern Sorgen Sie für die richtige Begleitung der Mitarbeiter im Sinne einer „menschlichen Führung“.
  2. Organisationsgestaltung und Veränderungsmanagement Veränderung ist ein ständiger Faktor im Arbeitsumfeld. Bringen Sie den Menschen bei, damit umzugehen und mit den Folgen für ihre Arbeit und ihr Wohlbefinden.
  3. Andere Personalentwicklung Jüngere Generationen haben eine andere Sichtweise auf Arbeit. Unterstützen Sie die Mitarbeiter flexibel bei ihrer persönlichen Entwicklung und gestalten Sie gemeinsam eine Karriere, die ihren Ambitionen und denen des Unternehmens entspricht.
  4. Die Personalbeschaffung bleibt wichtig Die Hälfte der Organisationen geht davon aus, dass sich der „Kampf um Talente“ weiter verschärfen wird. Neue Strategien für die Personalbeschaffung bleiben daher wichtig.
  5. Zukunft der Arbeit Die Zusammenarbeit mit externen (und hybriden) Arbeitskräften erfordert weiterhin Anpassungsfähigkeit in der Arbeitsweise und im unternehmerischen Handeln.
In all diesen Punkten spiegelt sich das „Care-and-Dare“-Prinzip von SBL wider. Manchmal ganz wörtlich, wie beim „menschlichen Führungsstil“ aus dem ersten Punkt, und manchmal etwas indirekter, aber keineswegs weniger wichtig. Denn diese Art der Führung trägt beispielsweise auch zur Personalgewinnung bei. Denn wer die Prinzipien der verbindenden Führung erfüllt, was Arbeitnehmer heute fordern, ist als Arbeitgeber attraktiver.

Stärkung durch Persönlichkeitstest (Big50)

Die Entwicklung von verbindender Führung in Organisationen und bei Führungskräften kann durch die Erkenntnisse gestützt werden, die der Persönlichkeitstest (Big50) hierfür bietet. Dies ist die am häufigsten verwendete (und erforschte) Persönlichkeitstheorie, und für die meisten Organisationen sind die Big50-Kompetenzen ein perfekter Ausgangspunkt, um kompetenzorientierter an der Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften zu arbeiten. Die Erkenntnisse sind wertvoll, um die Übersetzung eines Persönlichkeitsprofils in (weiterzuentwickelnde) Kompetenzen vorzunehmen, beispielsweise im Bereich der verbindenden Führung. Dabei stehen neun Merkmale im Mittelpunkt. Für jede Kompetenz wird angegeben, inwieweit eine Person diese Kompetenz entwickeln kann. Dies basiert auf ihrer Persönlichkeit und auf den fünf wichtigsten Persönlichkeitsfaktoren für das Verhalten in Arbeitssituationen. Um dies auch im Bereich der SBL anzuwenden, haben wir bei hrmforce den Persönlichkeitstest um den Führungsbericht für verbindende Führung erweitert. So entwickelt sich der Big50-Persönlichkeitstest ständig weiter. Vor einigen Jahren haben wir beispielsweise auch den Teamflow hinzugefügt, um die Teamrollen in Organisationen besser sichtbar zu machen. Neun Merkmale verbindender Führung In dem Buch „Care to Dare“ nennt Kohlrieser neun Kompetenzen eines authentischen und erfolgreichen Secure-Base-Führers. Ein SBL …
  • Bleibt stets ruhig und lässt sich nicht von primitiven Emotionen leiten. So entstehen weder Unsicherheit noch Unberechenbarkeit.
  • Akzeptiert den Einzelnen. Wertschätzung und Respekt für den anderen sind der Ausgangspunkt.
  • Erkennt stets das Potenzial im anderen und konzentriert sich auf die langfristige Entwicklung der Mitarbeiter.
  • Hört zu und sucht den Dialog, indem er offene Fragen stellt.
  • Kommuniziert mit aussagekräftigen Botschaften. Dies macht die Kommunikation eindeutig, klar und direkt.
  • Konzentriert sich auf das Positive. Sucht nach Möglichkeiten und Vorteilen. Das Eingehen von Risiken wird gefördert.
  • Bietet Möglichkeiten, Risiken einzugehen und Talente zu entwickeln.
  • Legt mehr Wert auf intrinsische Motivation als auf finanzielle Belohnung. Persönliches Wachstum und Entwicklung stehen im Mittelpunkt.
  • Zeigt Erreichbarkeit. Auch bei Abwesenheit können sich die Mitarbeiter bei Bedarf an ihren Vorgesetzten wenden.
Diese neun Merkmale zeigen das emotionale Engagement einer Führungskraft, die das Beste für ihre Mitarbeiter will. Es erinnert an die Familienmitglieder aus unserer Kindheit, die uns beim Wachsen und Entwickeln halfen. Und die uns Vertrauen schenkten und mit denen wir Gefühle der Fürsorge und Freude teilten. Denn es besteht ein starker kausaler Zusammenhang zwischen der Führung in unserer Kindheit und dem späteren Umgang mit dem Leben, der Arbeit und Beziehungen. Bereits 1966 wies der bekannte Entwicklungspsychologe William E. Blatz auf die Bedeutung einer „Secure Base“ für kleine Kinder hin. Diese sorgt später für eine gesunde Entwicklung unter anderem von Unternehmergeist, Schaffensdrang, Innovationsfähigkeit und Resilienz. SBL überträgt diesen Ansatz auf die gesamte Organisation.

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