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Das Eisbergmodell von McClelland

Veröffentlicht am 6. März 2018 5 Min. Lesezeit Floor HendriksFloor Hendriks
IJsbergmodel

Das Eisbergmodell von McClelland erklärt

David McClelland (1917-1998) war ein US-amerikanischer Psychologe, Akademiker und Wissenschaftler. Er wurde durch seine Motivationstheorie berühmt. Was motiviert den Menschen? Welche Bedürfnisse sind erlernt? Unabhängig von Alter, Geschlecht und Kultur hat laut ihm jeder mit Motivation zu tun, was wiederum direkt mit Bedürfnissen zusammenhängt. In Verbindung mit seiner Motivationstheorie entwickelte er das Eisbergmodell. In diesem weltberühmten Modell wird der Klient mit einem Eisberg verglichen. Oberhalb der Wasserlinie sieht man die Spitze des Eisbergs. Unterhalb der Wasserlinie befindet sich jedoch der größte Teil, der Teil, der nicht sichtbar ist. Das Modell regt zum Nachdenken an. Was sind Ihre Stärken? Was möchten Sie erreichen? Wie möchten Sie dies erreichen?

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Der Aufbau des Eisbergmodells

Das Eisbergmodell besteht aus zwei Hauptteilen, die zusammen das gesamte menschliche Funktionieren beschreiben:
Ebene Sichtbarkeit Komponenten Entwicklungsfähigkeit
Oberhalb der Wasserlinie Sichtbar Verhalten, Fähigkeiten, Wissen Leicht trainierbar
Unterhalb der Wasserlinie Unsichtbar Werte, Überzeugungen, Motive Schwer veränderbar

Oberhalb der Wasserlinie

Oberhalb der Wasseroberfläche sieht man die Spitze des Berges. Hier erkennt McClelland das sichtbare Verhalten, die Fähigkeiten und das Wissen der Menschen. Das Handeln steht hier im Mittelpunkt. Diese Elemente sind: - Für andere beobachtbar - Messbar und greifbar - Durch Training relativ leicht zu entwickeln - Direkt in Arbeitssituationen anwendbar

Unterhalb der Wasserlinie

Der größte Teil eines Eisbergs liegt verborgen unter der Wasserlinie. Dies symbolisiert die unbewussten und unsichtbaren Überzeugungen, Normen, Werte, Eigenschaften und Motive der Menschen. In diesem verborgenen Teil befinden sich oft die unausgesprochenen Gedanken und Wünsche, die das sichtbare Verhalten steuern.

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Unsichtbare Faktoren

An dieser Stelle wollen wir noch kurz auf die unsichtbaren Komponenten unterhalb der Wasserlinie eingehen:
Faktor Definition Einfluss auf das Verhalten
Überzeugungen Feste Ansichten über sich selbst und andere Bestimmen Denk- und Handlungsmuster
Normen und Werte Was als gut oder schlecht angesehen wird Steuert Entscheidungen und Handlungen
Persönliche Eigenschaften Introvertiert/extrovertiert, kontaktfreudig/schüchtern Beeinflusst den Interaktionsstil
Motive Zugrundeliegende Antriebe und Bedürfnisse Energiequelle für Leistungen
Überzeugungen sind feste Meinungen oder Ansichten über sich selbst, andere oder eine Situation. Sie werden durch die Erziehung und Umweltfaktoren geprägt. Dazu gehört auch das Zweifeln an sich selbst. Normen und Werte sind das, was Menschen als gut oder schlecht betrachten. Eine bestimmte Handlung wird ausgeführt oder unterlassen, weil eine zugrunde liegende Norm oder ein Wert eine Rolle spielt, der dies beeinflusst. Man möchte beispielsweise einen Kollegen nicht belästigen, weil er zu viel zu tun hat. Auch persönliche Eigenschaften beeinflussen das Verhalten. Menschen können introvertiert oder extrovertiert sein. Der eine ist kontaktfreudig, der andere schüchtern. Motive sind die Grundlage dafür, etwas zu tun. Man ist motiviert, sein Ziel zu erreichen. Andernfalls wird es schwierig, wenn man selbst nicht überzeugt ist.

Das Eisbergmodell innerhalb der Organisation

Innerhalb einer Organisation ist es interessant zu wissen, was die Motivation der Mitarbeiter und ihres Teams ist.

Warum das Eisbergmodell für das Personalwesen wichtig ist:

• 80 % des Verhaltens werden durch unsichtbare Faktoren gesteuert

• Nachhaltiger Wandel beginnt unter der Wasserlinie

• Bessere Teamdynamik durch Verständnis der zugrunde liegenden Motivationen

• Effektiveres Coaching durch Fokus auf intrinsische Motivation

Auf der Grundlage der Eisberg-Theorie können Sie Verhaltensänderungen bewirken. Oft liegt der Fokus in Teams auf dem, was man sieht. Es werden konkrete, greifbare Elemente angegangen. Einerseits ist es wichtig, klare Richtlinien festzulegen, strukturiert zu arbeiten, Vereinbarungen zu treffen oder Feedback zu geben. Daneben ist es aber auch wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, was die Mitarbeiter innerlich bewegt. Denn die Merkmale unterhalb der Wasserlinie des Eisbergmodells haben einen sehr großen Einfluss auf das sichtbare Verhalten. Sie können verstärkend oder hemmend wirken. Der abstrakte Teil unterhalb der Wasserlinie darf nicht übersehen werden. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Gefühl. Wenn Menschen von dieser tieferen Ebene aus gesteuert werden, entsteht Veränderung von innen heraus.

Praktische Anwendung im Personalwesen

HR-Prozess Fokus oberhalb der Wasserlinie Fokus unterhalb der Wasserlinie Werkzeuge
Auswahl Lebenslauf, Zeugnisse, Berufserfahrung Motivation, Werte, Passung Motivationstest
Entwicklung Kompetenztraining Persönlichkeit, Überzeugungen Big-Five-Test
Coaching Verhaltensfeedback Innere Blockaden Gesprächstechniken
Teambildung Rollen und Aufgaben Zugrundeliegende Spannungen 360°-Feedback

Häufig gestellte Fragen:

Wie können Unternehmen die zugrunde liegenden Motivationen und Werte ihrer Mitarbeiter, die nicht unmittelbar sichtbar sind, effektiv aufdecken? Unternehmen können durch vertrauliche Gespräche, psychometrische Tests und regelmäßige Feedback-Gespräche tiefere Einblicke gewinnen. Auch die Schaffung einer offenen Kultur, in der Mitarbeiter ihre Überzeugungen und Werte teilen können, kann dabei helfen.
Was sind die Best Practices für die Integration von Erkenntnissen aus dem Eisbergmodell in das tägliche Management und die Teamdynamik? Bewährte Vorgehensweisen können sein: regelmäßige Teambesprechungen, in denen zugrunde liegende Werte und Normen diskutiert werden, die Anpassung von Führungsstilen an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter sowie der Einsatz von Coaching, um unbewusste Motivationen anzusprechen.
Wie können Organisationen sicherstellen, dass Verhaltensänderungen bei Mitarbeitern, die durch das Eisbergmodell beeinflusst werden, langfristig nachhaltig sind? Nachhaltige Veränderungen lassen sich durch regelmäßige Nachfassgespräche, das Setzen messbarer Ziele sowie kontinuierliche Unterstützung und Schulungen fördern, um sicherzustellen, dass neue Verhaltensweisen in der täglichen Praxis verankert werden.
Welche Assessments eignen sich am besten zur Messung von Faktoren unterhalb der Wasserlinie? Zur Messung von Antrieben und Motivation ist der Antriebstest sehr effektiv. Für Persönlichkeitsmerkmale bietet der Big-Five-Persönlichkeitstest tiefgehende Einblicke.

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