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Wie gibt man einem Kollegen Feedback? 10 Tipps

Veröffentlicht am 22. April 2025 6 Min. Lesezeit Floor HendriksFloor Hendriks
[caption id="attachment_22144" align="aligncenter" width="732"]feedback-elcovs Quelle: Elcovs[/caption] Einem Kollegen Feedback zu seiner Arbeitsweise zu geben, kann spannend und schwierig sein. Es ist jedoch auch ein wichtiger Bestandteil der professionellen Zusammenarbeit. Glücklicherweise muss es sich nicht so „belastend“ anfühlen, wenn man ein paar Grundsätze beachtet. Dann wird dein Feedback eher beachtet und kann wesentlich zur persönlichen Weiterentwicklung, einer besseren Teamdynamik und einem positiven Arbeitsklima beitragen.

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Vielen Menschen fällt es schwer, anderen Feedback zu geben, insbesondere im beruflichen Umfeld. Dabei können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Von Autoritätsverhältnissen oder früheren Meinungsverschiedenheiten bis hin zur eigenen Einschätzung der Situation. Auch das Arbeitsumfeld selbst oder der jeweilige Zeitpunkt sind möglicherweise nicht geeignet, um den Dialog zu beginnen. Denn Feedback ist im Idealfall kein Einbahnstraßen-Gespräch, sondern ein Dialog, in dem auch zugehört wird. Die Zusammenarbeit aus der Ferne kann es zudem erschweren, einander auf angemessene Weise Feedback zu geben.

Defensive Reaktionen

Eine der größten Hürden besteht darin, dass Menschen von Natur aus dazu neigen, auf Feedback defensiv zu reagieren, auch wenn es gut gemeint ist. Das spielt sicherlich eine Rolle im Arbeitsumfeld, das sich oft weniger sicher anfühlt als ein Gespräch zu Hause am Esstisch. Laut der Harvard Law School gehen Menschen vor allem aufgrund von drei Auslösern in die Defensive:
  • Wahrheitsauslöser: Das Feedback stimmt nicht mit dem eigenen Selbstbild oder den eigenen Zielen überein.
  • Beziehungsauslöser: Der Empfänger hat Schwierigkeiten mit der Person, die das Feedback gibt.
  • Identitätsauslöser: Das Feedback verletzt das Selbstwertgefühl einer Person.
Wenn Menschen defensiv reagieren, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Feedback nicht ernst genommen wird oder sogar kontraproduktiv wirkt. Dann kann es sogar zu einem Konflikt führen. defensieve triggers feedback

Wie kann man Kollegen konstruktives Feedback geben?

Um einem Kollegen auf angemessene Weise konstruktives Feedback zu geben und dies in Organisationen gut zu fördern, gibt es verschiedene Punkte, die zu beachten sind. Achten Sie insbesondere auf diese zehn Punkte.

1. Schaffe eine sichere Umgebung

Bevor Sie Feedback geben, ist es wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Ihr Kollege sicher und wertgeschätzt fühlt. Wählen Sie einen ruhigen Moment, in dem Sie das Gespräch gemeinsam führen können. Dies verhindert, dass sich Ihr Kollege angegriffen fühlt, und fördert Offenheit und Ehrlichkeit.

2. Konzentrieren Sie sich auf das Verhalten, nicht auf die Persönlichkeit

In den letzten Jahrzehnten wurde viel wissenschaftlich zum Thema Feedback am Arbeitsplatz geforscht. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Feedback nur dann wirksam ist, wenn es sich auf die Aufgabenebene bezieht (was jemand tun soll). Vermeiden Sie Feedback auf persönlicher Ebene (sagen Sie nicht: „Du bist ungeeignet“) und konzentrieren Sie sich auf das Verhalten und die Aufgabe („Du könntest versuchen, …“). Mit anderen Worten: Kritisieren Sie die Handlung, nicht die Person.

3. Sei konkret und klar

Sei vorsichtig mit zu allgemeinen Bemerkungen wie: „Du machst das nicht gut.“ Sei konkret und nenne spezifische Beispiele für Verhaltensweisen oder Situationen, die verbessert werden können. Zum Beispiel: „Während der Besprechung gestern ist mir aufgefallen, dass du andere mehrmals unterbrochen hast. Das hat es den anderen erschwert, ihren Standpunkt darzulegen.“

4. Verwende die „Ich“-Form

Indem du Feedback in der Ich-Form gibst, vermeidest du, dass sich ein Kollege angegriffen fühlt. Sag zum Beispiel: „Mir ist aufgefallen, dass der Bericht nicht rechtzeitig eingereicht wurde, was meine Planung beeinträchtigt hat“, statt: „Du reichst deine Arbeit immer zu spät ein.“ Halte es also aufgabenbezogen und beziehe es auf dich selbst.

5. Machen Sie Feedback zur Routine

Feedback zu geben und zu erhalten, kann sich anfangs ungewohnt anfühlen. Aber gemeinsam könnt ihr es zu einem positiven Bestandteil der Arbeitskultur machen. Indem Sie regelmäßig Feedback-Momente einplanen, wird das Geben und Empfangen von Feedback zur Normalität. Das reduziert Stress und fördert die gemeinsame Arbeit an kontinuierlichen Verbesserungen. Feedback muss dann auch nicht mehr „formell“ sein. Unternehmen, in denen Feedback regelmäßig, informell und in beide Richtungen erfolgt, erzielen bessere Leistungen. Das Feedback muss dabei in der Unternehmenskultur verankert sein, nicht nur in jährlichen Beurteilungsgesprächen.

6. 360-Grad-Feedback in Betracht ziehen (empfohlen)

Unternehmen, die konstruktives Feedback fest in ihrer Kultur verankern möchten, können dabei die 360-Grad-Feedback-Methode und den dazugehörigen 360-Grad-Feedback-Fragebogen bzw. das Assessment nutzen. Dies ist ein wirkungsvolles Instrument, um das Potenzial der Mitarbeiter besser auszuschöpfen und ihre Leistungen zu verbessern. Dabei werden die Leistungen der Mitarbeiter von mehreren Personen bewertet, mit denen sie zu tun haben. Dazu gehören ihre Vorgesetzten und Kollegen, manchmal sogar Kunden oder Lieferanten. Das liefert ein umfassenderes Bild und passt gut zur Zusammenarbeit aus der Ferne. Für Führungskräfte und Mitarbeiter ist diese Feedback-Methode sehr wertvoll, da individuelle Leistungen auf einfache und leicht zugängliche Weise dargestellt werden. Sie können die Ergebnisse gemeinsam einsehen und festlegen, welche Punkte für die Weiterentwicklung wichtig sind.

7. Vermeiden Sie die „Sandwich-Methode“

Um einen positiven Einstieg zu schaffen und konstruktives Feedback zu geben, kann es hilfreich sein, jemandem zunächst ein Kompliment zu machen, das Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Achten Sie jedoch darauf, Verbesserungspotenziale nicht zwischen den Komplimenten zu verstecken. Dadurch kann die Botschaft verwässert werden. Dies wird auch als „Sandwich-Methode“ bezeichnet, bei der das Feedback wie eine Einlage zwischen zwei Komplimenten (Brotscheiben) eingepackt ist. Seien Sie ehrlich und direkt, bleiben Sie aber respektvoll. Das sorgt für Klarheit und verhindert Verwirrung.

8. Wende eine Feedback-Methode an

Es gibt verschiedene Gesprächsmethoden, um anderen konstruktives Feedback zu geben, das strukturiert, effektiv und respektvoll ist. Dazu gehören diese bekannten Formen:
  • Situation: Verhalten: Auswirkung: Beschreibe deinem Kollegen die Situation, das konkrete Verhalten und dessen Auswirkungen. ​
  • Ich-Ich-Du: Beginne mit deiner eigenen Beobachtung, teile dein Gefühl mit und frage anschließend nach der Reaktion deines Kollegen. ​
  • 4 G’s: Verhalten: Gefühl: Folge: Wunsch: Benenne das Verhalten, dein eigenes Gefühl dabei, die Folge und was du dir für die Zukunft wünschst. ​
Wähle eine Form, die dir geeignet erscheint.

9. Höre aktiv zu und fördere den Dialog

Feedback ist im Idealfall kein Einbahnstraßen-Gespräch. Geben Sie Ihrem Kollegen Raum, zu reagieren und seine oder ihre Sichtweise darzulegen. Dies fördert das gegenseitige Verständnis und kann zu gemeinsamen Lösungen führen.

10. Zeige Engagement und biete Unterstützung an

Feedback zu geben ist nur der erste Schritt. Biete deinem Kollegen Unterstützung an, um die gewünschten Veränderungen (mit) zu verwirklichen. Das kann auf verschiedene Weise geschehen, je nach Entwicklungsbedarf. Falls relevant, ist es ratsam, während des Gesprächs direkt einen Folgetermin zu vereinbaren, um den Fortschritt zu besprechen. Das zeugt ebenfalls von Engagement und bietet die Möglichkeit, weitere Unterstützung zu leisten. Extra-Tipp: Podcast zum Thema Feedback geben und erhalten feedback-geven-collega-cyclus

Abschließend: Der Wert des 360-Grad-Feedbacks

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