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Warum Selbsterkenntnis für organisierende Führung unverzichtbar ist

Veröffentlicht am 6. November 2023 5 Min. Lesezeit Floor HendriksFloor Hendriks
organisatorisch leiderschap Unter all den verschiedenen Führungsstilen, und ihren zahlreichen Mischformen, hat die organisierende Führung in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte, die bereits über mehrjährige Erfahrung verfügen und sich weiterentwickeln möchten. Dies kann Organisationen, Teams und einzelnen Mitarbeitern ein angenehmeres Arbeitsumfeld bieten, in dem sie bessere Leistungen erbringen können. Eine gute Selbsteinschätzung und ein Leadership Operating System (LOS) machen diese Führungsform besonders wirkungsvoll.

Herausforderung für die Führungskräfteentwicklung

Unternehmen und das (Arbeits-)Umfeld, in dem sie agieren, werden im Laufe der Jahre immer komplexer. Dies spiegelt sich in den Schwerpunkten wider, mit denen Führungskräfte auf verschiedenen Organisationsebenen konfrontiert sind. Diese liegen in den Bereichen operative Prozesse, Innovation, Teamentwicklung, Netzwerke sowie beispielsweise Nachhaltigkeit oder die Förderung der individuellen Karriereentwicklung. Aufgrund all dieser Schwerpunkte und der großen Bedeutung guter Führung gewinnt die Führungskräfteentwicklung zunehmend an Bedeutung. Schließlich möchte man als Führungskraft stets die richtigen Hebel betätigen. Das spiegelt sich auch in den vielen verschiedenen Führungsstilen wider. Ein moderner Führungskraft muss oft zwischen diesen wechseln können. In einem Moment ist vielleicht eher eine autoritative Haltung gefragt, während im nächsten Moment gerade eine eher coachende oder verbindende Führung erforderlich ist. Das kann einen schon verwirren, denn welche Rolle wählt man wann genau? Und machen wir es in Organisationen manchmal nicht auch zu komplex? Der Vormarsch der organisierenden Führung macht das Arbeitsfeld wieder um einiges übersichtlicher.

Was ist organisierende Führung?

Organisierende Führung ist ein Managementansatz, bei dem Führungskräfte dabei helfen, strategische Organisationsziele festzulegen, während sie Teams und einzelne Mitarbeiter motivieren, Aufgaben erfolgreich auszuführen, um diese Ziele zu erreichen. Der „organisatorische Führungskraft“ liegt der Fokus stark auf der Strategie und den Zielen der Organisation, berücksichtigt aber auch in hohem Maße die spezifischen Fähigkeiten und Qualitäten, die Teams in ihrem Arbeitsumfeld benötigen. Das ist doch ein ganz anderer Ansatz als der des eher klassischen funktionalen Führungskräften. Im Vergleich zu traditionellen Führungsstilen ist organisierende Führung stärker menschenorientiert, um neben guten Ergebnissen auch emotionales Wohlbefinden zu erreichen. So spielt sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung moderner und gesunder Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern.

Merkmale der organisierenden Führung

Organisatorische Führung ist für moderne Unternehmen wichtig, da sie dazu beiträgt, Arbeitsprozesse reibungslos ablaufen zu lassen. In Verbindung mit dem menschlichen Fokus bedeutet dies vor allem, die Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale der Mitarbeiter in der Organisation genau zu betrachten. Die Erfassung von Kompetenzen und Entwicklungspotenzialen ist dabei sehr wertvoll. Darüber hinaus erweisen sich die Fähigkeiten der organisierenden Führung auch als wirkungsvolles Mittel, um Mitarbeiter anhand des gemeinsamen Ziels und durch verbindende Führung zu motivieren. Zudem fördert es Leistung und Erfolg, indem es ein positives Arbeitsumfeld schafft, in dem der Arbeitsmoral und der Motivation der Mitarbeiter große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies sind viele Elemente, nach denen moderne Organisationen und ihre Mitarbeiter heutzutage suchen. Wichtige Merkmale sind:
  • Zielorientierung auf der Grundlage von Zielen und Strategien
  • Führung von Teams mit großem Augenmerk auf individuelle Bedürfnisse.
  • Große Aufmerksamkeit für das Wohlbefinden der Mitarbeiter.
  • Fokus auf (interdisziplinäre) Zusammenarbeit.
  • Fokus auf gute Kommunikation.
  • Eine Kultur der Verbesserung und Weiterentwicklung.
  • Ergebnisorientiertes Arbeiten.
Dabei ist es entscheidend, menschenorientiert zu handeln. Denn um die strategischen Unternehmensziele zu erreichen, muss man das große Ganze im Blick behalten, aber auch verstehen, welche Schritte notwendig sind, um die gewünschten Veränderungen herbeizuführen.

Selbsterkenntnis als wichtiger Motor

Die Vertiefung der Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Motor für die Schaffung von organisierender Führung. Dies gilt für Führungskräfte, aber sicherlich auch für andere Mitarbeiter in der Organisation. Dies berührt unmittelbar wichtige Merkmale wie die Aufmerksamkeit für Entwicklung und individuelle Bedürfnisse, die Stärkung der Zusammenarbeit und die Bedeutung guter Kommunikation. Der Persönlichkeitstest „Big 50“ bietet hierfür wertvolle Erkenntnisse. Es handelt sich um die am häufigsten verwendete (und erforschte) Persönlichkeitstheorie, und für die meisten Organisationen sind die „Big 50“-Kompetenzen ein perfekter Ausgangspunkt, um kompetenzorientierter an der Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften zu arbeiten. Die Erkenntnisse sind wertvoll, um die Übersetzung von einem Persönlichkeitsprofil in (weiterzuentwickelnde) Kompetenzen vorzunehmen. Um dies für die organisatorische Führung zu nutzen, haben wir bei hrmforce den Persönlichkeitstest um den Führungsbericht für organisatorische Führung erweitert. So wird der „Big 50“-Persönlichkeitstest kontinuierlich weiterentwickelt, um neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Leadership Operating System (LOS)

Neben mehr Selbsterkenntnis auf verschiedenen Ebenen der Organisation kann auch ein klar definiertes Leadership Operating System (LOS) die Wirkung von organisierender Führung erheblich verstärken und beschleunigen. Dies ist das Rahmenwerk aus Diskussionen, gemeinsamen Protokollen, Kommunikations- und Entscheidungsabläufen, mit denen Führungskräfte die Organisation in die richtige Richtung lenken. Sie sind die Verantwortlichen für das System und bestimmen das Tempo, mit dem sie „fahren“. Sie treffen die Entscheidungen und sorgen für klare Kommunikation, lassen aber vor allem auch Raum für Feedback und neue Ideen aus der Organisation. Nach dieser Klarheit mit eindeutigen Entscheidungen sehnen sich viele Organisationen in unserer immer komplexer werdenden Welt mit all ihren Herausforderungen. Die organisierende Führung knüpft daran an und wird durch das LOS gestärkt.

LOS: Vorteile und Kompetenzen

Ein gut aufgesetztes LOS sorgt für weniger Bürokratie, mehr Tatkraft, bessere Kommunikation und die Beschleunigung zielgerichteter Maßnahmen. Dabei passen organisierende Führung und das LOS so gut zusammen, wie ein Auto eigentlich eine gute (Schnell-)Straße braucht. Die Vision hinter dem Leadership Operating System zeigt, wie Führungskräfte, wenn sie höhere Ebenen erreichen, weniger Dinge tun, die direkt zu Ergebnissen führen, und indirekt mehr tun, indem sie andere anleiten und unterstützen, um die festgelegten Ziele zu erreichen. An sich eine logische Entwicklung, doch nach der Vision des LOS geht es dabei neben dem Vorhandensein der richtigen Kernkompetenzen vor allem auch um die Schaffung des richtigen Umfelds. Wichtige Fähigkeiten für ein LOS:
  • Entwicklung des Führungspotenzials bei anderen.
  • Verbreitung der Unternehmensvision (auch andere dazu inspirieren, die Vision zu teilen).
  • Erkennen zukünftiger Innovationen und Chancen.
  • Strategisches, umfassendes und ganzheitliches Denken.
  • Einblick in das geschäftliche Umfeld.
Darüber hinaus sind auch diese „Soft Skills“ von großem Wert:
  • Effektive Kommunikation (vor allem Zuhören).
  • Beziehungs- und Teambildung.
  • Entscheidungsfindung und Problemlösungsfähigkeit.
  • Integrität und ethisches Handeln.
Weitere Hintergrundinformationen zum LOS findest du im gleichnamigen Buch „Leadership Operating System“.

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